Von März bis April 2012 (5.03. bis 13.04.2012)

Unsere 2. Spielzeugfreie Zeit in der Einrichtung begann recht unspektakulär. Wir waren insgesamt nicht mehr so gespannt, was auf uns alle zukommt. Wir wussten wie es läuft, und konnten in etwa den Ablauf abschätzen, stellten uns darauf ein, am Anfang gestresst zu werden. Von Seiten der Eltern gab es keine Einwände, im Gegenteil Unterstützung durch mitgebrachte Materialien. Die Kinder trugen mit Begeisterung ihre Spielsachen in den Keller, und die älteren konnten sich erinnern was jetzt auf sie zukommt. So wurden die gegebenen Situationen sehr schnell zur Selbstverständlichkeit, und die Kinder versuchten zunächst aus den Verpackungsmaterialien etwas entstehen zu lassen.

 

Die „neuen“ Spielsachenim Erdgeschoß wurden ebenfalls ohne Protest angenommen, mit ihnen hantiert, untersucht, experimentiert und Spielhandlungen gestaltet. Besonders die unterschiedlichen Verpackungsfolien fanden großen Anklang, Deckel von Plasteflaschen wurden abgeschraubt, daran gerochen, aus Kartons Türme gebaut und sich mit Vorliebe hineingesetzt, um nur einige Beispiele zu nennen. In letzter Zeit war immer wieder zu beobachten, dass die Kinder vermehrt in soziale Beziehungen über die Materialien zu anderen Kindern kommen, sich Dinge abschauen oder sich gegenseitig behilflich sind. Das ist ein großer Pluspunkt in dieser Zeit.

Bei den größeren Kindern im Obergeschoss entstanden recht schnell großartige Objekte, wie Forscherstationen, an denen über mehrere Tage von mehreren Kindern gebaut wurde, oder große Vögel, Puppen und Bekleidung. Dieses Mal wurde sehr schnell zum Stoff und zur Nadel gegriffen.


Der größte Teil der Kinder beschäftigte sich selbst sehr gut, sei es durch basteln, sich im Umgang mit Scheren und Klebeband zu probieren, die Materialien auseinander zu reißen, schneiden, zu fühlen oder zu riechen. Anfangs war es mehr ein untersuchen und entstehen lassen. Mittlerweile, so nach 2 Wochen beginnen die Kinder in Rollenspiele sich zu vertiefen, Märchen zu spielen, ihre Bauwerke ins Spiel zu integrieren. Seltsamerweise haben unsere großen Jungen bisher noch Probleme mit der SFZ, kommen schwer ins Spiel. Inzwischen wurden auch Bälle – mit Verpackungsband umwickelte Stoffe – hergestellt und Fußball gespielt. Es wird langsam ruhiger, und wir hoffen, dass auch die Kreativitätswelle, sich konzentrierter mit den wenigen Dingen beschäftigen zu können auf noch mehr Kinder überschwappt.
Inzwischen ist es auch sehr interessant, die Kinder auf dem Spielgelände zu beobachten, wie sie doch ohne großartige Spielmaterialien, einfach mit dem was sie finden oder aus dem Haus mit heraus nehmen, sich ausdauernd beschäftigen, sich immer wieder etwas einfallen lassen. Alte Spiele kommen zum Einsatz, wie „Meister, Meister gib uns Arbeit“, „Herr Fischer, Herr Fischer“, der Plumpsack oder Gummitwist.
Wir sind sehr gespannt, was uns in den nächsten Wochen noch erwartet, aber ihr  vorgefertigtes Spielzeug scheinen sie nicht großartig zu vermissen!
Petra Prill


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